Was hat Kamerun mit Brandenburg zu tun?

Was hat der Nyos-See in Kamerun mit Brandenburg zu tun?

Der vulkanische Nyos-See in Kamerun ist einer von drei Seen weltweit, von denen bekannt ist, dass sie mit CO2 gesättigt sind. Zu zweifelhafter Berühmtheit gelangte der See am 21. August 1986.

Gegen 21:30 Uhr entwichen dem Nyos-See schlagartig rund 1,6 Millionen Tonnen CO2, welches in zwei nahe Täler strömte und alles tierische und menschliche Leben in bis zu 27 km Entfernung vom See tötete. Etwa 1700 Menschen und Tausende von Tieren verloren dabei ihr Leben.

Der Auslöser für diese plötzliche Ausgasung ist nicht bekannt. Die meisten Geologen vermuten einen Erdrutsch, einige glauben, dass ein kleiner Vulkanausbruch die Ursache war. Nach der Katastrophe wurden die betroffenen Dörfer evakuiert und die Region zum Sperrgebiet erklärt.

Was hat das nun mit Brandenburg zu tun?

Es ist ein Szenario, was in Brandenburg durchaus eintreten könnte, wenn die Pläne von Vattenfall, CDU sowie der SPD und LINKEN im Bund und Land umgesetzt werden, abgeschiedenes CO2 aus Kohlekraftwerken in riesigen Größenordnungen mit Hochdruck unter die Erde zu pressen.Diese Technologie heißt CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage).

Das Oderbruch ist weit – was hat das mit uns zu tun?

Abgesehen davon, dass ich von St. Florian und dem nach ihm benannten Prinzip nicht viel halte, kann ich nur darauf hinweisen, dass die Bundesländer Brandenburg, Berlin, Mecklenburg Vorpommern, Schleswig Holstein, Niedersachsen mit den als Lagerstätten ins Auge gefassten Aquiferen durchzogen sind.

Man plant die langfristige Kohleverstromung mit CCS, wodurch man auf diese Gebiete als Endlager zugreifen wird. Was in Beeskow oder dem Oderbruch eingepresst wird, kann sich möglicherweise auch im Berliner Raum, in der Uckermark oder sonstwo wiederfinden, vermutet der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), da das Salzwasser fließt.

Wer will/ kann garantieren, dass das CO2 wirklich da unten bleibt?

Eine geologische Störung irgendwo, und das komprimierte Gas tritt aus. Da es schwerer als Luft, geruchslos, farblos und in Konzentrationen von mehr als 8% für Mensch und Tier tödlich ist, bestünde Lebensgefahr – ein Szenario genau wie am Nyos-See im Jahr 1986.

Das von den Plänen betroffene Oderbruch ist eine riesige Wanne – wie schon das Oder-Hochwasser unter Beweis stellte. Hier ein Leck im Boden und die Wanne läuft voll.

Was wäre so eine Garantie, dass nichts passieren wird, wert?

Nichts, weil sie nicht eingelöst werden kann. Wenn es zum Schwur kommt, sind die Folgen irreversibel! Tote kann man nicht wieder aufwecken und auch nicht mit Geld bezahlen.

Geradezu frech empfinde ich Stellungnahmen der Brandenburgischen Landesregierung, in denen das mangelnde Vertrauen in die Technologie als Kommunikationsproblem und Technikfeindlichkeit verharmlost.

Dem kann ich nur entgegenhalten, dass die Befürworter dieses Vorhabens offenbar gar nichts begriffen haben und ganz offenbar in liebedienerischer Art und Weise unter Missbrauch des Bergrechts dem Vattenfall-Konzern gegenüber Risiken für die Bürger eingehen, um Vattenfall EU-Subventionen und Gewinne/ ersparte Abführungen für CO2-Emissionen zu ermöglichen.

Es gibt viele weitere und gewichtige Argumente gegen die CCS-Technologie, die ich hier gar nicht weiter abhandeln möchte. Das Gefahrenpotential für Leib und Leben des Bürgers halte ich aber für das Schwerwiegendste.

Wer in Kenntnis der möglichen Folgen an dem Projekt festhält und die Umsetzung durchsetzt, nimmt Schäden – auch Tote – billigend in Kauf.

Ich nenne so eine Politik schlicht verantwortungslos und gegen die Bürger gerichtet.

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