Das Krötenprinzip

Es ist ja prima, wenn sich Alles fügt und sich der Königsweg zur Lösung eines anstehenden Problems auftut. Man beschreitet ihn und ist der Größte… Nur – es gibt nur wenige Probleme in der Gestaltung des Gemeinwesens, die sich auf diese Art und Weise lösen lassen. Man wird dabei nicht einmal Unterschiede der Parteien merken, weil der Königsweg nun mal der Beste ist.

Meist sieht die Sache jedoch Anders aus. Alles hängt mit Allem zusammen. Jeder Problemlösungsansatz auf der einen Seite zieht Nachteile auf der anderen Seite nach sich. Dann kommt es auf die Priorisierung an, wobei es dann schon deutliche Unterschiede zwischen den politischen Lagern gibt.
Der Eine legt beispielsweise das Gewicht auf die Unterstützung Bedürftiger, dem Anderen ist das weniger wichtig, als die Entlastung der Steuerzahler.

Es läßt sich trefflich streiten darüber, welcher Weg der Richtige ist. Hat man ihn aber beschritten und er erwies sich angesichts untragbarer Folgen als falsch, hat man ein Problem und das gegnerische Lager hat obsiegt. Die mediale Prügel ist einem dann ziemlich sicher.

Und dann gibt es noch die Situation, die am Unangenehmsten ist. Das ist die Situation, in der Alles was man machen kann, deutlich erkennbar letztlich üble Ergebnisse nach sich ziehen wird.
Als verantwortlicher Politiker – oder Entscheidungsträger in der Verwaltung – ist einem in solcher Situation eines sicher – der Zorn der Bürger.
Ich nenne solche Situation „das Krötenmenü“ – welche Kröte schmeckt am Besten, wenn man sie schlucken muß?

In solchen Situationen bin ich bisher in meiner beruflichen Praxis, aber auch in Diskussionen im Wahlkampf, immer ganz gut gefahren, meinen Gesprächspartnern in Diskussionen die verzwickte Situation zu erklären und die Entscheidungsalternativen, die sich anboten.
Meist – nicht immer – wurde das dann auch nachvollzogen, wenn ich dann auch erklärte, warum die Entscheidung so oder so gefallen ist.

Ganz schlecht finde ich es dagegen, irgendwelche pseudoplausiblen Gründe anzuführen, um ein schlechtes Ergebnis zu erklären.
Wenn solche Argumente vom Konkurrenten ohne viele Probleme als Pseudo-Argumentation entlarvt werden können, wird das Ergebnis peinlich und kratzt an der Glaubwürdigkeit.

Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum Politik hierzulande einen solch schlechten Ruf genießt. Im übrigen einen schlechten Ruf, den sie nach meinen Erfahrungen eigentlich nicht verdient.
Seit ich ich mich mit Politik befasse habe ich viele wirklich ehrenwerte und respektable Menschen aus vielen verschiedenen Lagern kennen gelernt, die zwar nicht unbedingt meiner Meinung waren.
Denen aber durchaus abzunehmen ist, daß sie sich ehrlich, unbestechlich und fleißig um das Gemeinwesen bemühen.

Und das verdient durchaus Respekt und Anerkennung!

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