Kommunaler Beitrag gegen das Insektensterben

Deutschland durchlebt derzeit ein Insektensterben dramatischen Ausmaßes. In einigen Regionen Deutschlands soll die Biomasse der Insekten bis zu 80% zurück gegangen sein.

Achten Sie doch selber mal darauf, wann Sie Schmetterlinge sehen und vergleichen Sie das mit früher. Ich kann mich an Tage in meiner Kindheit erinnern, da haben wir Schmetterlingefangen gespielt und unzählige verschiedene Arten gefangen. Kein Vergleich mehr mit heute.
Fehlen die Insekten, gerät die gesamte Nahrungskette aus den Fugen. Blumen und Bäume werden nicht mehr bestäubt und Singvögeln fehlt die Nahrungsgrundlage. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Landwirtschaft, wenn wegen ausbleibender Bestäubung die Ernte geringer oder vielleicht ganz ausfällt. Insofern berührt dieses Thema einen wichtigen Wirtschaftsbereich.

Bei der Ursachenforschung fällt der Blick vor allem auf zwei Bereiche. Da ist zum einen der breitflächige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und in den Gärten, der zur Vergiftung der Insekten führt und da ist zum anderen das fehlende Nahrungsangebot durch Monokulturen in der Landwirtschaft. Wo infolge des Pesitizideinsatzes keine Blume mehr wachsen kann, fehlt es den Insekten an Nahrungsangeboten.

Im Bewusstsein dieser Zusammenhänge habe ich ganz bewusst in und auf dem Grünstreifen vor unserem Garten um die Gänseblümchen,  Vergißmeinnicht und andere Blühpflanzen drumherum gemäht, um diese als Insektenweide stehen zu lassen. Ich werde später auch den blühenden Klee stehen lassen, wenn er soweit ist, weil nach meiner Beobachtung blühender Klee gerade für Hummeln eine magische Anziehungskraft ausübt. Das ist der kleine Beitrag, den ein Gartenbesitzer leisten kann.

Umso ärgerlicher war es, dass in der vergangenen Woche Donnerstag im Auftrag der Stadt der Grünstreifen gesenst wurde. Alles weg… es stand kein Gänseblümchen mehr.
Nachbarn hatten vor ihrem Grundstück in den vergangenen Jahren auf dem Grünstreifen eine Vielzahl von Margariten zu stehen, die letztes Jahr auf einmal weg waren.

Ich habe deswegen in der SVV am 18.05.2017 die Frage gestellt, was dagegen spricht, die Wildkräuter auf den Grünstreifen bis Ende Juni – bis sie abgeblüht sind und ausgesamt haben – stehen zu lassen.
Der Bürgermeister erläuterte das mit Wirtschaftlichkeitserwägungen, da die Stadt das viermalige Mähen der Grünstreifen ausgeschrieben habe und ein späteres Mähen teurer würde. Ja – ich kann mir vorstellen, dass diese Erwägungen Grund für die Maßnahme waren. Es stellt sich nur die Frage der Prioritäten. Ist das Mähen wichtiger, als der Schutz der Insekten oder umgekehrt.

Aus meiner Sicht ist der Insektenschutz aufgrund seiner weit reichenden Bedeutung wichtiger und deswegen arbeiten wir gerade einen Antrag zum Insektenschutz auf kommunalem Straßenbegleitgrün aus.

Gerade Kommunen können auf dem Sektor der Biodiversität viel bewirken.

 

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